Dem Wandel und der Tradition verpflichtet

Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. / Freiburger Zeitung vom 01.05.1896 [Logo und Link CC BY-SA]

1846 gründete Hermann Meinhard Poppen die „H. M. Poppen & Sohn – Universitätsdruckerei“. Sie expandierte schnell. Nicht einmal 20 Jahre später, im Jahre 1863, wurde aus der Universitätsdruckerei ein für Baden bedeutender Verlag: Die Freiburger Zeitung – von Karlsruhe bis Basel zur damaligen Zeit eines der führenden Medien – hatte ihre neue Heimat bei H. M. Poppen & Sohn gefunden.

Bis zum Jahrhundertwechsel kamen neue Produkte hinzu, das Angebot wurde vielfältiger und die Wachstumsmöglichkeiten in den alten Räumlichkeiten immer eingeschränkter. Ein neuer Standort musste her – die heutige Markthalle und Geschäftsstelle der Badischen Zeitung in der Freiburger Altstadt. Von 1905 bis in die 1980er Jahre wurden hier – mit Unterbrechungen – die Zeitungen für Freiburg und Südbaden gedruckt. Der 1908 von Maximilian Ortmann mit dem Chemiker und Drucker Eduard Mertens entwickelte „Rotations-Kupfertiefdruck“ stellte einen Meilenstein der Firmen- als auch der Druckgeschichte dar. Dank ihm konnten Fotografien in bis dato unbekannter Qualität im Zeitungsdruck wiedergegeben werden. Premiere hatte die neue Technik in einer Beilage der Freiburger Zeitung zu Ostern 1910. Und noch immer erinnern in Stein gemeißelte Inschriften „Freiburger Zeitung“ sowie unterschiedliche Reliefs und Skulpturen an der Fassade an die Geschichte des Gebäudes.

Den ersten Weltkrieg überstand das Unternehmen trotz Papier-, Personal- und Ersatzteilmangel weitestgehend unbeschadet. Der Aufbruch und Neuaufbau des Familienunternehmens wurde von erheblichen Investitionen in die Technik begleitet. Gleichzeitig wechselte das Unternehmen 1918 seinen Namen zu „Poppen & Ortmann“ und besiegelte damit die bis dahin schon 25-jährige Partnerschaft und Freundschaft der Familien Poppen und Ortmann.

Der zweite Weltkrieg bedeutete das schrittweise Aus für die Freiburger Zeitung und die größte Zäsur für Poppen & Ortmann. Auf die Gleichschaltung der Redaktion im Jahre 1935 folgte der Entzug der Verlegerlizenz, was Poppen & Ortmann auf die Rolle des Druckers beschränkte. 1943 folgte schließlich die Einstellung der Zeitung. Erst 1950 kam die Freiburger Zeitung zurück zu ihren Lesern. Kurze Zeit später entschieden sich die Geschäftsinhaber, die Freiburger Zeitung in die Badische Zeitung einzubringen, und wurden damit Gesellschafter des Badischen Verlags bzw. des Badischen Pressehauses (BZ.medien-Gruppe).

Seit 1985 ist das Unternehmen Poppen & Ortmann in der Unterwerkstraße 9 beheimatet und hat sich mittlerweile auf den klassischen Offsetdruck und den flexiblen Digitaldruck spezialisiert. Der Bereich Zeitungsdruck wurde bereits 1998 in den Freiburger Druck, ein Unternehmen der BZ.medien, eingebracht und ist damit über die Beteiligung am Badischen Pressehaus weiterhin Bestandteil des Unternehmens. Der heutige Standort in der Nähe des großen Campus der BZ.medien-Gruppe, die Wolfgang Poppen als Geschäftsführer und Verleger leitet, dokumentiert die enge Verbundenheit der Häuser.

Eine Konstante in den Jahren des Wandels und der Veränderung sind und waren die Verbundenheit sowie das Engagement der Familien Poppen und Ortmann mit ihrer Druckerei. Ein Beleg hierfür ist nicht zuletzt, dass Wolfgang Poppen zusammen mit seiner Tochter Nadja Poppen und deren Ehemann Daniel Poppen-Charhouli in nunmehr sechster und siebter Generation das Familienunternehmen führen.